Sonntagsessen
Der Duft von frischem Sonntagsessen schleicht durchs
Treppenhaus, geht von Tür zu Tür, und nur der Hauch
eines Spalts reicht aus um dem oben wartenden,
alten Sonntag Erinnerungen an damals in die Nase
zu schmecken.
Eine Sammlung poetischer Texte von Jan Montag.
Der Duft von frischem Sonntagsessen schleicht durchs
Treppenhaus, geht von Tür zu Tür, und nur der Hauch
eines Spalts reicht aus um dem oben wartenden,
alten Sonntag Erinnerungen an damals in die Nase
zu schmecken.
Durch den Schnee stapfend und damit beschäftigt möglichst gleiche Fußabdrücke zu hinterlassen bemerkte er nicht, dass alle Versprechungen [1], die die er gab, jene die er geben wollte und manche in denen er sich verlor, dass sie sich verbeugten, verbeugten vor einem anderen Leben.
Und so beschloss er diesen immer gleichen Pfad zu verlassen. Er stiefelte gekatert durch den zugefroreren Bach und strotzte querfeldein. Am Ende schimmerte Horizont und Schneeflocken stürzten über seine Zunge, verbrannten in dieser Glut alles Neuen.
Stecke mit dem Kopf noch im Nebel
Wie die Spitzen des Doms am Horizont

Der graue Montag steigt aus dem Waschhaus
und heftet sich an fahle Nässe
Weiße Bettlaken wie Gespenster
und er denkt:
Wie die Zeit vergeht, wenn man nicht lebt