Der kleine moosgrüne Igel
Der kleine moosgrüne Igel wandert durchs Tau ins Gestern
und träumt vom Blau

Eine Sammlung poetischer Texte von Jan Montag.
Der kleine moosgrüne Igel wandert durchs Tau ins Gestern
und träumt vom Blau

Schon Drei Uhr morgens langweilte ihn der Gedanke an den kommenden Tag. Die kommende Woche. Sein kommendes Leben. Er könnte auch einfach nur auf dem Teppichboden sitzen und an früher denken. Oder an eine Zeit, in der er noch gar nicht existierte, die aber aufgrund der Melancholie in ihm seltsam besondere Gefühle auslöst.
Manchmal sitzt er lang dort auf dem Schemel und betrachtet Fotos von Menschen aus vergangenen Zeiten, aus Filmen, oder Zeitschriften. Ein schwarz-weiß-Bild zum Beispiel von 1981 und er fragt sich, was die Person in jenem Moment vor so vielen Jahren gedacht haben könnte. Was ihre Beweggründe waren. Ihre Dämonen. Was sie vielleicht nicht hat schlafen lassen. Oder was sie glücklich machte. Ob da jemand wartet wenn sie diese graue Häuserschlucht zu Ende gegangen ist. Und was sie von der Zukunft erwartet.
Eine Zukunft, die längst schon wieder vorüber ist und heute als Vergangenheit zählt. Er konnte sich in solchen Gedanken regelmäßig verlieren und doch zu keinem Ergebnis gelangen. Wie auch? Jede Antwort war verloren, in der Zeit die seitdem vergangen war.
als der allerletze seiner Gedanken. Zum Beispiel letztes Jahr im Sommer. Und dann wünscht er sich, Teil einer Bewegung zu sein. Aber eins ist klar, es geht nichts von heut auf morgen. Und er reimt aber immerhin weniger Sorgen. Doch Realität mahnt zur Geduld.
Aber hier leben? Nein Danke!
Wie wir die Monotonie jagen
Und das Flüstern im Wald hören;
Wie wir aus Stunden ein Jahr machen
und Mondschein aus ihrem Haar
Die kleine Eule und der kugelrunde Pfannkuchen und wie sie darüber stritten, wer mehr Mut habe und dass man sich lieber mal was trauen sollte dieser Tage. „Gerade sein“ sagte der Pfannkuchen.
„ Und keinen Hass“ meinte die Eule. Eigentlich waren sie sich doch einig.